Programm
Do, 13. Aug
Fr, 14. Aug
Sa, 15. Aug
S0, 16. Aug
18:00
Uhr
18:45
Uhr
Transformation und Transition / Aufstiegsmythen und -möglichkeiten
Auf der Suche nach hoffnungsvoller Gemeinschaft in scheinbar hoffnungslosen Zeiten zunehmender Einsamkeit fragen sich vier Autor*innen auf verschiedene Weise wie es denn gehen soll mit der Veränderung. Die einen sind frustriert, dass es mit den gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen nicht so einfach ist, wie mit dem Geschlecht, denn dann wäre die Transition aus dem Kapitalismus längst Geschichte. Die anderen forschen zumindest partiellen Möglichkeiten des Aufstiegs nach und müssen sich fragen, wo Klasse als kultureller Marker eine Frage der Performance und Zuschreibung oder als konkretes materielles Verhältnis eine harte Grenze ist. Sie alle sehen den rasanten Veränderungen der Literatur in Zeiten ihrer KI-technologischen Überproduzierbarkeit ins Auge und müssen so neben Aufstiegsmärchen auch Abstiegsängste bewältigen. Womit muss gebrochen werden, damit aus den Trümmern der alten Geschichte eine neue Erzählung steigen kann, die einem kollektiven Subjekt aus der Taufe verhilft?
Unter anderem über den Wunsch nach neuer Science-Fiction, den Preis der Sichtbarkeit, Klassenauf- und Abstiege, Technofaschismus und das Verhältnis von KI und Einsamkeit sprechen und lesen I.V. Nuss, Aiki Mira, Daniela Dröscher und Luca Mael Milsch.
Moderation
Mine Pleasure Bouvar20:45
Uhr
Märchen / Erinnerungsarchive / Legendenbildung
„Es war einmal…“
Märchen und Mythen sind Teil eines deutschen Selbstverständnisses, das in der Regel heteronormativ, weiß und traditionell ist. Die Vorstellungen von Geschichte und Archiven werden wiederum von Märchen, Mythen und Erzählungen beeinflusst, die diese Muster widerspiegeln. Unsere Panelist*innen sehen das anders. Sie wollen sich aus anderen, von der dominanten Geschichtsschreibung in Vergessenheit gedrängte Perspektiven erinnern, Märchen neu denken und Mythen aus anderen Positionierungen heraus sichtbar machen. Thea Hong, Miku Sophie Kühmel, Clara Umbach und Christian Handel nehmen euch mit in neue Märchen, die Wiederentdeckung alter Archive, in Geschichten über queere Liebe und Liebe in nicht-deutschen Kontexten.
Gastpersonen
Moderation
Simoné Goldschmidt-Lechner17:30
Uhr
Revolution und Progressive Phantastik
Elfen, Amazonen, Sci-Fi-Welten, Horror und Doctor Who:
Welches Potenzial bieten phantastische Texte in zunehmend autoritären Zeiten? Nora Bendzko, James Sullivan, Mithu Sanyal und Freya Petersen sprechen darüber, wie politisch das Schreiben sein darf oder muss, wer die eigentlichen Monster ihrer Texte sind und was es überhaupt bedeutet, „progressiv“ zu schreiben.
Gastpersonen
Moderation
Fabienne Mahwane19:30
Uhr
Widerständige (Bild- und Online-)sprachen gegen die neue Rechte und patriarchale Strukturen
Tradwives, Incels und Looks Maxxer, Rechte Politfluencer und der alghorythmische Sumpf des rechtsradikalen Hegemonieprojekts – dagegen setzen diese Autor*innen queere Gegenentwürfe im Manga, feministisches Auftreten im Internet und antifaschistische Gedenkarbeit in Form von Comics und Romanen. Aber wer von ihnen kann es sich leisten, politisch zu sein und wer muss aufs Image achten, um sich verkaufen zu können? Welche Hebel gibt es, um Brücken zu bauen und wie können Widersprüche produktiv ausgehandelt werden, ohne zu Brüchen und Hindernissen zu werden? Wenn Faschismus erfolgreich Lust am Hass mobilisiert, welche Bilder braucht es dann für eine Gegenbewegung, auf die man auch wirklich Bock hat?
An (Sprach-)Bildern gegen Faschisierung, Sexismus und reaktionäre Mobilisierung malen, diskutieren, zeichnen und lesen Olschi, Bianca Nawrath, Mia Oberländer und Marcus Thielemann – moderiert von Mine Pleasure Bouvar.
Gastpersonen
Moderation
Mine Pleasure Bouvar21:15
Uhr
Poetry, Queer Drabbles & parallelgesellschaft – über Fell, kurze Formen & kollektive Literatur-Praxis
Wie entsteht Literatur heute – und wie findet sie ihr Publikum? Im Gespräch stellen Lena Richter, Ayna Steigerwald, Jonis Hartmann und Ralph Tharayil unterschiedliche literarische Formate und Arbeitsweisen vor: von Lyrik als Vermittlungspraxis bei i’m growing fur, über die Kraft von Kurztexten und queeren Publikationsräumen im Magazin Queer*Welten bis hin zu kollektiver literarischer Praxis des Künstler*innenkollektivs parallelgesellschaft.
Gastpersonen
Moderation
14:00
Uhr
Questioning the Rules of the Game (ENG)
Writer and translator Karina Papp and Anca Tutescu and Jan Barow of the indie game studio Symmetry Break discuss how narratives from the margins unfold in different mediums. How do we connect with others through storytelling? How can we transfer our thoughts into language, and what linguistic forms do these thoughts take?
Join us for an interdisciplinary discussion about who makes the rules of the game and how we as writers can transcend them.
Gastpersonen
Moderation
Simoné Goldschmidt-Lechner16:00
Uhr
Was wir erzählen wollen? Storytelling aus postmigrantischer Perspektive
Show don’t tell lautet die Devise im Film, doch was kann gezeigt werden, welche Bilder sehen wir bereits und welche fehlen uns noch? In diesem Panel diskutieren Raquel Dukpa (JÜNGLINGE Film), Arpana Aischa Berndt (JÜNGLINGE Film, freie Drehbuchautorin), Lamin Leroy Gibba (Schwarze Früchte) und Sarah* Claire Wray (Schwarze Früchte) über Storytelling aus postmigrantischer Perspektive, Möglichkeiten und Begrenzungen der deutschen Filmlandschaft.
Gastpersonen
Moderation
Fabienne Mahwane18:30
Uhr
Boo! Horror aus marginalisierter Perspektive
Nicht erschrecken: In Performances und Lesungen aus aktuellen Werken bieten Aidan Riebensahm, Arpana Aischa Berndt, Miedya Mahmod und Brian Frank Einblicke in Horror in verschiedenen Formen und Genres, von der Phantastik über Lyrik und Essayformen bis hin zur Gegenwartsliteratur, von Text über Bildsprache bis hin zum filmischen Erzählen. Was bedeutet Horror für marginalisierte Positionen? Ist Horror allgegenwärtig? Und wie lässt sich aus der Praxis der gesellschaftlichen Angst vor den Anderen ein Empowerment für diese „Anderen“ ableiten?
Gastpersonen
Anmoderation
Simoné Goldschmidt-Lechner20:15
Uhr
Performance Messer, Zungen (ENG/GER)
Ausgehend von den Texten des Romans haben die Performerin und Tänzerin Monique Smith-McDowell und der Schauspieler und Tänzer Kelvin Kilonzo Bewegungen, Sprache und Worte ihrer eigenen Erfahrungen als Schwarze und afrodiasporische Personen in neue Texte verwoben. Dabei treffen sie auf Passagen aus dem Roman Messer, Zungen von Simoné Goldschmidt-Lechner. Gemeinsam mit dem Komponisten Carlos Andrés Rico entsteht ein transatlantischer Dialog zwischen Musik und Text. Nach und nach wird so ein Archiv Schwarzer und Indigener Erfahrungen, Geschichten und Erlebnisse in Deutschland und weltweit entwickelt. Geschichten, die normalerweise unsichtbar bleiben, soll Gehör verschafft werden.
Das Stück ist als Rahmung aufgebaut, in der immer wieder neue Performende der Afrodiaspora auftreten und ihre Erfahrungen einflechten können.
Die Performance wird gefördert durch die Hamburgische Kulturstiftung.
Performer*innen
14:00
Uhr
Utopien in dystopischen Zeiten
In Zeiten wie unseren stellt sich zunehmend die Frage, was Schreibende einem erstarkenden Autoritarismus und der zunehmenden Faschisierung der Gesellschaft entgegensetzen können. Wie können wir in Zeiten wie diesen Utopien entwerfen, und welche realen Auswirkungen können diese Utopien haben? Wie kann utopisches Denken in immer dystopischeren Zeiten in verschiedenen Genres funktionieren? Luna Ali, Thị Thanh Thảo Trần, Fabian Saul und Judith & Christian Vogt stellen uns utopisch-dystopische Auszüge aus aktuellen Werken vor und diskutieren gemeinsam über diese Fragen.
Gastpersonen
Moderation
Alyssa Fenner16:00
Uhr
Unsere gelesenen und unsere lesenden Körper
Aus marginalisierter Position zu schreiben und Theater zu machen bedeutet häufig, sich zu entscheiden: den Erwartungen der Dominanzkultur gerecht werden oder diese unterlaufen, für den Markt produzieren oder sich gegen ihn wenden. Unsere Panelist*innen Deniz Utlu, Mable Preach und Noah Stoffers sprechen darüber, ob diese Entscheidungen wirklich nötig sind, wie sich diese Mechanismen in verschiedenen Gattungen und Genres unterscheiden, und was es eigentlich heißt, „authentisch“ zu schreiben.
Gastpersonen
Moderation
Canê Çağlar18:30
Uhr
Abschließendes Get-Together mit Austausch zu Schreibpraxis und dem Literaturbetrieb
Gastpersonen
